»Ich sehe dich!« – Toleranz leben: Ein Beispiel aus der Betreuungseinrichtung »Die Arche«

Zwei Mädchen kommen die Treppe runtergerannt. »Toll, dass du da bist rufen sie«, und setzen den Rollstuhl in Gang. Mit Schwung schieben sie ihn durch den Hof. Der Junge in Rollstuhl kann sie nicht sehen, er kann ihnen auch nicht antworten. Aber wer ihn länger kennt, sieht, dass er sich freut. In der Grundschulbetreuung »die Arche« kommen sehr viele verschiedene Kinder zusammen, genauso wie die verschiedenen Tiere auf dem Schiff, das der Einrichtung den Namen gab. Es gibt Große und Kleine, Wilde und Schüchterne und so manch verschiedene Muttersprache ist vertreten. Einander zu sehen und zu achten ist eine alltägliche Erziehungsaufgabe in der Arche.

Der Junge im Rollstuhl ist nicht immer dabei. Er besucht eine andere Schule. Nur manchmal bringt ihn seine Mutter mit, die in der Arche arbeitet. Zunächst war es für die Kinder ungewöhnlich, dass so ein großer Junge nicht laufen kann, sondern um ihre Tische kriecht und manchmal merkwürdige Geräusche von sich gibt. Aber Kinder sind neugierig. Sie sehen sich den Jungen genau an und stellen Fragen. Und die Mutter erklärt ihnen geduldig, was ihr Sohn kann und was nicht, und warum er sich anders entwickelt als andere Kinder. Das lässt sie verstehen, warum er anders ist, aber bald schon interessiert sie das nicht mehr. Interessanter ist, was man mit ihm machen kann. Er wird in ihre Spiele mit einbezogen, so wie er ist und mit dem, was er kann. Besonders schön ist es natürlich, mit ihm Rollstuhlrennen zu fahren - draußen, wenn die Sonne scheint. Das gefällt allen, dazu braucht man nicht gleich zu sein.

Ines Fetzer, Maintal-Dörnigheim

Bericht von der
»Tafel für Toleranz« 2013

»Tafel für Toleranz« am 23. Juni misst 86 Meter

 

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