Gastfreundschaft in der Wüste ...

Zum Thema Toleranz fällt mir eine Begebenheit aus der Zeit meines Aufenthaltes in Dubai ein:

An einem (wie immer) sonnigen Wochenendtag sind wir mit der Familie und mit Freunden in die Wüste gefahren. Meine Eltern waren aus Deutschland zu Gast und wir freuten uns auf einen sandigen Nachmittag in den Dünen.

Zum Einfahren in die Wüste wählten wir einen Weg, den wir noch nie gefahren waren. Als der Sand immer weicher wurde, hielten wir an, um den Luftdruck in den Reifen der Jeeps zu reduzieren. Nur so kommt man im Sand weiter. Nach kurzer Zeit hielt ein Pickup neben uns an und ein einheimischer Emirati stieg aus seinem Auto und gesellte sich zu uns. Er sprach nur ein paar Worte Englisch und wir sprachen kein Arabisch. Trotzdem versuchten wir zu kommunizieren. Er machte eine winkende Armbewegung in Richtung Wüste und sagte: »OK«. Ich verstand nicht sofort und vermutete, dass er uns helfen wollte, weil er dachte, wir hätten eine Panne. Ich versuchte also, dem guten Mann nun deutlich zu machen, dass wir gar keine Panne haben, und antwortete: »No Problem!« Dieses Spiel wiederholte sich mehrfach, und obwohl er »No Problem« verstand, ließ er nicht locker und winkte weiter Richtung Wüste.

Einer aus unserer Gruppe ging über die nächste Düne hinweg und sah nicht allzu weit dahinter eine kleine Kamelfarm. Ganz viele Einheimische, die in der Stadt in einer Villa leben, haben eine solche Farm in der Wüste. So erhalten sie sich ihre nomadischen Wurzeln. Jetzt fingen wir an zu verstehen: Dieser Mann, den wir noch nie zuvor gesehen hatten und der auch uns noch nie zuvor gesehen hatte, war die ganze Zeit hartnäckig damit beschäftigt, uns auf seine Kamelfarm einzuladen. Wir gaben ihm zu verstehen, dass wir verstanden hatten und folgten ihm mit den Autos zu seiner Farm.

Dort angekommen, nahmen wir auf einer riesigen Picknikdecke Platz. Er bewirtete uns mit arabischem Kaffee, Kamelmilch und Datteln. Im Gegenzug holten wir Schokolade und Kekse aus dem Auto. Was nun begann, war ein Fest der Gastfreundschaft und Toleranz, wie ich es vorher noch nicht erlebt habe. Er war wirklich interessiert an uns und wir an ihm. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns und immer, wenn es nicht anders ging, rief er mit dem Handy seine Tochter an, die sehr gut englisch sprach und uns dann auf die Sprünge half.

Vom Gesetz der arabischen Gastfreundschaft hatte ich ja schon vorher gehört, aber das hier war für den Emirati keine Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit. Der als kurzer Stopp geplante Aufenthalt auf der Farm wurde länger und länger. Am späten Nachmittag kamen dann die Kamele aus der Wüste zurück in die Farm und wir genossen dieses Stück Alltag im Leben eines Kamelfarmers sehr.

Das war vielleicht nur eine Episode an einem beliebigen Nachmittag, aber ich denke oft daran zurück, besonders dann, wenn ich so manche erregte und erhitzte Diskussion mitbekomme. Die haben ja oft den Charakter eines »Jeder soll ja, wie er will, aber...« Gesprächs. Ist es nicht viel besser, erst mal hinzusehen, jemanden kennenzulernen, bevor man etwas oder jemanden be-, ver- oder sogar vorverurteilt ?

Jens Heller, Maintal-Bischofsheim

Gastfreundschaft in der Wüste ...

Zum Thema Toleranz fällt mir eine Begebenheit aus der Zeit meines Aufenthaltes in Dubai ein:

An einem (wie immer) sonnigen Wochenendtag sind wir mit der Familie und mit Freunden in die Wüste gefahren. Meine Eltern waren aus Deutschland zu Gast und wir freuten uns auf einen sandigen Nachmittag in den Dünen.

Zum Einfahren in die Wüste wählten wir einen Weg, den wir noch nie gefahren waren. Als der Sand immer weicher wurde, hielten wir an, um den Luftdruck in den Reifen der Jeeps zu reduzieren. Nur so kommt man im Sand weiter.

Bericht von der
»Tafel für Toleranz« 2013

»Tafel für Toleranz« am 23. Juni misst 86 Meter

 

Bilder des Schülerwettbewerbs »Dein Foto für Toleranz«

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